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Hajj für Frauen: Mahram, Ihram und was wirklich zählt

Layla Bouazizi – Autorin bei NamazWorldvon Layla Bouazizi·3. Juni 2026·4 Min. Lesezeit

Der Hajj ist Pflicht. Für Männer und Frauen gleichermaßen. Was sich unterscheidet: die Bedingungen, die Kleidung, die Fragen, die nur Frauen stellen. Wer sich als Muslima auf die Reise vorbereitet, braucht mehr als einen Ablaufplan.

Mahram: Wer darf mitreisen?

Die hanafitische und hanbalitische Rechtsschule sind sich einig: Eine Frau reist nur in Begleitung eines Mahrams. Ein Mahram ist ein Mann, dem sie dauerhaft verboten ist zu heiraten, also Vater, Bruder, Ehemann oder Sohn. Ibn Abbas überliefert, dass der Prophet sagte: "Eine Frau soll nur mit einem Mahram reisen, und kein Mann soll zu einer Frau allein eintreten." (Sahih Bukhari, Nr. 1862).

Die malikitische und schafiitische Schule erlaubt unter bestimmten Bedingungen die Reise ohne Mahram, wenn eine Gruppe vertrauenswürdiger Frauen mitreist und der Weg sicher ist. Das Saudische Religionsministerium erlaubt seit 2021 Frauen ab 45 Jahren die Hajj-Reise ohne Mahram in organisierten Gruppen.

Welche Position zutrifft, hängt von der eigenen Rechtsschule und dem Rat eines vertrauenswürdigen Imams ab. Was beide Positionen teilen: Sicherheit und Begleitung sind keine Optionen, sondern Teil der Bedingung.

Ihram für Frauen: Was anders ist

Männer tragen im Ihram zwei ungenähte weiße Tücher. Frauen nicht. Sie tragen normale, bescheidene Kleidung, bedecken Haare und Körper, aber ihr Gesicht bleibt frei. Kein Niqab, keine Handschuhe. Der Prophet (s.a.w.) hat das ausdrücklich festgelegt (Sahih Bukhari, Nr. 1838).

Die Niyyah spricht man beim Anlegen des Ihrams, auf Arabisch oder in der eigenen Sprache. Dann gilt: keine Parfüms, kein Schneiden von Haaren oder Nägeln, kein ehelicher Umgang bis nach dem Tahallul. Das gilt für Männer und Frauen gleich.

Ein Punkt, der viele überrascht: Wenn Männer vorbeigehen und eine Frau ihren Niqab normalerweise trägt, kann sie ihn kurz vor dem Gesicht halten, ohne den Ihram zu brechen. Ein schmaler Unterschied, der im Gedränge um die Kaaba aber praktisch wichtig wird.

Menstruation während des Hajj

Kein Thema verunsichert mehr. Und kein Thema hat eine klarere Antwort. Aischa (r.a.) begann ihre Periode auf dem Weg nach Mekka und war verzweifelt. Der Prophet beruhigte sie: "Das ist etwas, das Allah den Töchtern Adams bestimmt hat." (Sahih Bukhari, Nr. 294).

Eine Frau in ihrer Periode vollzieht alle Hajj-Riten, außer einem: dem Tawaf. Sie steht auf dem Berg Arafat, wirft Steine in Mina, übernachtet in Muzdalifa. Der Tawaf al-Ifada wartet, bis sie rein ist.

Der Abschlusstawaf (Tawaf al-Wada) ist für menstruierende Frauen laut Mehrheitsmeinung der Gelehrten erlassen. Sie kann abreisen, ohne ihn nachzuholen. Das überliefert Ibn Abbas in Sahih Muslim (Nr. 1328). Wer diese Regelung nicht kennt, bleibt aus Angst länger als nötig oder reist mit einer unnötigen Last.

Arafat: Der Tag, auf den alles zuläuft

"Hajj ist Arafat." Das hat der Prophet gesagt, überliefert von Tirmidhi (Nr. 889, hasan sahih). Der 9. Dhul-Hijjah ist der Kern der ganzen Reise. Von Dhuhr bis Sonnenuntergang steht man auf der Ebene von Arafat und macht Dua.

Für Frauen gilt hier das Gleiche wie für Männer: beten, Dhikr machen, bitten. Viele bringen eine handgeschriebene Liste mit Bitten mit, für sich, für die Familie, für Menschen, die sie um Dua gebeten haben. Das ist keine Formalie, das ist die eigentliche Praxis.

Wer gut vorbereitet ankommen will, findet im Hajj-Vorbereitungsguide einen vollständigen Schritt-für-Schritt-Ablauf. Für die Dua an diesem Tag lohnt sich ein Blick in die Dua-Sammlung, vor allem die Bittgebete für die Tage von Arafat und Dhul-Hijjah.

Was innerlich vorzubereiten ist

Aus Gesprächen mit Frauen, die zurückgekehrt sind, höre ich immer dasselbe: Die ersten Minuten in der Nähe der Kaaba haben sie aus der Fassung gebracht. Nicht vor Überwältigung, sondern weil sie plötzlich merkten, wie viel sie mit sich trugen.

Der Prophet (s.a.w.) sagte: "Allah schaut nicht auf eure Gestalten und eure Besitztümer, sondern auf eure Herzen und eure Taten." (Sahih Muslim, Nr. 2564).

Wer reist, bringt sich. Genau das ist der Punkt.

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