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Die 12 Mondmonate im Islam: Bedeutung und Daten

Omar Hassan – Autor bei NamazWorldvon Omar Hassan·17. Juli 2026·4 Min. Lesezeit

Wer heute einen islamischen Kalender aufschlägt, sieht: 11. Muharram 1448. Das neue Hijri-Jahr hat begonnen. Die meisten Muslime in Deutschland können die zwölf Monate nicht vollständig aufzählen, geschweige denn erklären, was hinter jedem einzelnen steckt. Kein Vorwurf. Aber ein Ansatzpunkt.

Warum der Islam den Mondkalender nutzt

Allah selbst hat diesen Kalender eingesetzt. Sure 9:36 lässt keinen Zweifel: "Wahrlich, die Zahl der Monate bei Allah beträgt zwölf Monate, (festgeschrieben) im Buch Allahs, an dem Tag, als Er die Himmel und die Erde erschuf." Der Hijri-Kalender zählt ab der Hidschra des Propheten im Jahr 622 n.Chr. und richtet sich ausschließlich nach dem Mondlauf.

Ein Mondmonat dauert zwischen 29 und 30 Tagen. Dadurch ist das islamische Jahr rund elf Tage kürzer als das gregorianische. Konsequenz: Ramadan, Eid, Hajj und Aschura wandern jährlich durch alle Jahreszeiten. Wer Gebetszeiten für seine Stadt abruft, arbeitet mit beiden Kalendern gleichzeitig. Die Sonne bestimmt Fajr und Maghrib. Der Mond bestimmt, welcher Monat gerade läuft.

Die zwölf Monate und ihre Namen

1. Muharram (heiliger Monat): erster Monat des Hijri-Jahres, Aschura am 10. Tag 2. Safar: kein besonderer Status, historisch mit frühen Feldzügen assoziiert 3. Rabi al-Awwal: Geburts- und Sterbemonat des Propheten 4. Rabi ath-Thani: keine besonderen Festtage 5. Jumada al-Ula: fünfter Monat 6. Jumada al-Akhira: sechster Monat 7. Rajab (heiliger Monat): Nacht der Isra wal-Miraj 8. Schaban: der 15. Schaban gilt vielen Gelehrten als bedeutsame Nacht 9. Ramadan: Fastenmonat, in diesem Monat wurde der Quran offenbart 10. Schawwal: Eid al-Fitr, sechs freiwillige Fastentage empfohlen 11. Dhul-Qa'dah (heiliger Monat): Beginn der Hajj-Reisezeit 12. Dhul-Hijjah (heiliger Monat): Arafat-Tag, Eid al-Adha, Hajj

Diese Liste ist kein Trivia. Wer weiß, dass Rajab und Dhul-Qa'dah heilig sind, kann seine Fastenabsichten gezielter setzen. Wer Rabi al-Awwal kennt, versteht, warum viele Muslime im dritten Monat besonders intensiv Salawat sprechen.

Die vier heiligen Monate

Der Prophet, Friede und Segen auf ihm, sagte in seiner Abschiedspredigt: "Das Jahr besteht aus zwölf Monaten. Davon sind vier heilig: drei liegen hintereinander, das sind Dhul-Qa'dah, Dhul-Hijjah und Muharram. Dazu kommt Rajab." (Sahih al-Bukhari, Nr. 3197; Sahih Muslim, Nr. 1679)

In diesen vier Monaten, den al-Ashur al-Hurum, gilt Unrecht als besonders schwerwiegend. Gleichzeitig sind gute Taten in ihnen stärker gewichtet. Gelehrte empfehlen einheitlich mehr freiwilliges Fasten, mehr Sadaqa und intensiveren Dhikr. Was sie ablehnen: erfundene Rituale ohne Grundlage in Quran oder Sunnah.

Muharram ist jetzt. Noch etwa zwanzig Tage im Monat. Wer praktische Bittgebete und Dhikr-Formeln für diese Zeit sucht, findet auf NamazWorld gesammelte Duas für jeden Tag.

Wie der Monatsbeginn astronomisch bestimmt wird

Ob ein Monat 29 oder 30 Tage hat, entscheidet die erste Sichtbarkeit der Mondsichel nach der Konjunktion. Das Arabische nennt diese Mondsichel Hilal.

In Deutschland folgen muslimische Gemeinschaften unterschiedlichen Methoden. DITIB, IGD und andere Verbände orientieren sich teils an der lokalen Sichtung, teils an Berechnungen aus Mekka oder Istanbul. Deshalb feiern Muslime in Hamburg und Köln Eid manchmal an verschiedenen Tagen. Das ist keine Spaltung. Es sind verschiedene fiqh-Positionen zur Reichweite des Hilal-Nachweises.

Für Gebetszeiten spielt der Monatsname keine Rolle. NamazWorld berechnet Fajr, Dhuhr und Isha astronomisch auf die Minute genau, unabhängig davon, welchem Kalendersystem jemand folgt.

Muharram: Was der erste Monat vom Glaubigen erwartet

Ibn Abbas überliefert: Der Prophet, Friede und Segen auf ihm, sagte: "Das beste Fasten nach Ramadan ist das Fasten im Monat Allahs, dem Muharram." (Sahih Muslim, Nr. 1163)

Keine andere freiwillige Fastenzeit außerhalb des Ramadan erhält im Hadith diesen Rang. Wer Aschura am 10. Muharram bereits verpasst hat, kann in den verbleibenden Tagen noch freiwillig fasten. Alle vier Rechtsschulen empfehlen das Fasten in Muharram, wenn auch mit unterschiedlichem Detailgrad.

Jetzt, Mitte des Monats, ist noch Zeit. Der islamische Kalender ist kein bloßes Datum-System. Er strukturiert Gottesdienst, gibt dem Jahr einen Rahmen, und jeder Monat hat seinen eigenen Platz darin.

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