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Gebet

Takbir al-Tashreeq: Wann und wie du ihn sprechen musst

Ahmad Yilmaz – Autor bei NamazWorldvon Ahmad Yilmaz·29. Mai 2026·4 Min. Lesezeit

Dhul-Hijjah beginnt in wenigen Tagen. Für die meisten Muslime in Deutschland bedeutet das: Eid al-Adha, vielleicht ein Schlachttier, Familienbesuche. Und dazwischen eine Ibadah, die vielen gar nicht bewusst ist: der Takbir al-Tashreeq.

Kurz gesagt ist es dieser Satz:

Allahu akbar, Allahu akbar, la ilaha illallah, wallahu akbar, Allahu akbar, wa lillahi al-hamd.

Man spricht ihn nach jedem Pflichtgebet, beginnend mit dem Fajr des 9. Dhul-Hijjah und endend mit dem Asr des 13. Dhul-Hijjah. Fünf Tage, 23 Gebete. Wer das konsequent durchhält, hat eine der intensivsten kollektiven Ibadah des islamischen Jahres vollständig verrichtet.

Was ist der Takbir al-Tashreeq?

Der Begriff Tashreeq kommt vom arabischen Wort für Trocknen im Sonnenschein. Die Ayyam al-Tashreeq, die Tage des 11., 12. und 13. Dhul-Hijjah, tragen diesen Namen, weil die Pilger in Mina traditionell das Opferfleisch in der Hitze trockneten. Diese Tage sind gesegnet, und sie fordern eine bestimmte Ibadah von jedem Muslim, der das Pflichtgebet verrichtet.

Der Quran nennt diese Zeit ausdrücklich: "Erinnert euch an Allah in den gezählten Tagen." (Sure 2:203) Die Mehrheit der Gelehrten deutet diese Verse auf die Tage von Eid al-Adha und die darauffolgenden Tage. Dass diese Erinnerung konkret klingt, als Takbir nach jedem Gebet, ist die praktische Übersetzung dieser Anweisung.

Der Prophet sagte: "Die Ayyam al-Tashreeq sind Tage des Essens, Trinkens und des Gedenkens an Allah." (Sahih Muslim, überliefert von Nubaysha al-Hudhaliyy)

Von wann bis wann?

Die Rechtsschulen unterscheiden sich im Detail.

Nach Hanafi beginnt der Takbir al-Tashreeq mit dem Fajr-Gebet des 9. Dhul-Hijjah (Arafat-Tag) und endet mit dem Asr-Gebet des 13. Das sind 23 Pflichtgebete.

Maliki und Shafii setzen den Beginn auf das Fajr des Eid-Tages selbst (10. Dhul-Hijjah). Das ergibt 15 Gebete.

Wer nach Hanafi lebt, also die Mehrheit der Muslime in Deutschland, beginnt am 9. Wer sich unsicher ist: Einfach mit dem Arafat-Tag starten. Das Mehr an Takbir schadet nicht, die kürzere Variante riskiert einen verpassten Tag.

Die Formel und ihre Überlieferung

Allahu akbar, Allahu akbar, la ilaha illallah, wallahu akbar, Allahu akbar, wa lillahi al-hamd.

Das ist die Form, die von Ibn Masud (Allah sei mit ihm zufrieden) überliefert wird und die bei allen vier Rechtsschulen anerkannt ist. Es gibt leicht abweichende Varianten, aber diese ist die verbreitetste Wahl.

Timing: Unmittelbar nach dem Salam des Pflichtgebets, bevor du die regulären Dhikr-Formeln sprichst. In der Moschee laut, zuhause in normaler Lautstärke.

Wer muss den Takbir sprechen?

Alle: Männer, Frauen, Reisende, Kranke. Der einzige Unterschied: Frauen sprechen ihn leise, Männer hörbar. Eine Frage, die mir in meiner Moschee in Köln oft gestellt wird: Was ist bei qada-Gebeten aus dieser Periode? Hanafi-Position: Ja, auch beim Nachholen wird der Takbir gesprochen, weil das Gebet inhaltlich zur Zeit der Tashreeq-Tage gehört.

Reisende verkürzen zwar ihre Gebete auf zwei Rak'at, sprechen aber den Takbir al-Tashreeq trotzdem. Das ist der Konsens der vier Rechtsschulen.

Praktisch: So vergisst du ihn nicht

Schreib die arabische Formel auf einen Zettel und leg ihn aufs Gebetstuch. Die ersten Male denkt man aktiv daran, nach zwei Tagen ist es Routine.

Wer die ersten zehn Tage Dhul-Hijjah bereits als besondere Zeit einplant, sollte den Takbir al-Tashreeq fest einkalkulieren. Und wenn du nach dem Gebet Dhikr mit Tasbih machst: Erst den Takbir sprechen, dann mit Subhanallah, Alhamdulillah, Allahu akbar weitermachen.

Diese Tage kommen einmal im Jahr. Eid al-Adha ist mehr als Opferfest und Familienbesuche. Wer den Takbir al-Tashreeq kennt und spricht, trägt etwas von der Intensität der Haj-Tage in seinen Alltag.

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