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Gebet

Eid al-Adha Gebet: Regeln, Zeiten und Fiqh

Zainab El-Sayed – Autorin bei NamazWorldvon Zainab El-Sayed·14. Juni 2026·3 Min. Lesezeit

Übermorgen ist Eid al-Adha. Wer sich noch fragt, ob das Eid-Gebet wirklich Pflicht ist, wie es abläuft oder was passiert, wenn man es verpasst: Die Antworten sind im Fiqh klar geregelt.

Pflicht oder Empfehlung? Die Madhhabs sind sich uneinig

Hanafi: Wajib. Das liegt zwischen Sunnah mu'akkada und Fardh, ist aber verbindlich für jeden freien, ansässigen Muslim, der handlungsfähig ist. Shafi'i und Maliki: Fardh Kifaya, also Gemeindepflicht. Wenn genug Muslime teilnehmen, ist die Pflicht für alle erfüllt. Hanbali: Fardh 'Ain, individuelle Pflicht wie die fünf täglichen Gebete.

In Deutschland ist die Hanafi-Position am verbreitetsten. Das bedeutet in der Praxis: Wer in der Stadt lebt, gesund ist und physisch dorthin kommt, hat kaum eine Entschuldigung für die Abwesenheit. Aber die gleichen Rechtsschulen, die das Gebet zur Pflicht erklären, haben auch klare Ausnahmen formuliert. Krankheit, Reise, außerordentliche Belastung gelten in allen vier Madhhabs als anerkannte Entschuldigungsgründe.

Kein Adhan, keine Iqama: So läuft das Eid-Gebet ab

Das Eid-Gebet beginnt nach Sonnenaufgang. Nicht sofort danach, sondern wenn die Sonne eine Speerlänge gestiegen ist, üblicherweise 20 bis 30 Minuten nach Sonnenaufgang. Kein Adhan, keine Iqama. Der Prophet wartete diesen Moment ab, bevor er begann (Sahih Bukhari, Kitab al-Idayn, Nr. 961).

In der Hanafi-Schule: zwei Rak'at. In der ersten Rak'a spricht man nach dem Eröffnungs-Takbir drei zusätzliche Takbire (Allahu Akbar), danach beginnt die Rezitation. In der zweiten Rak'a kommen drei Takbire vor der Verbeugung. Die Khutba folgt nach dem Gebet, nicht davor. Das ist einer der deutlichsten Unterschiede zum Freitagsgebet.

Wer den genauen Ablauf nicht kennt: Einfach dem Imam folgen und Rukuk und Sujud ausführen. Die Takbire kommen von selbst, wenn man zuhört.

Dürfen Frauen teilnehmen?

Ja. Ausdrücklich. Der Prophet ordnete an, dass alle Frauen zum Eid-Gebet kommen sollen, auch jene, die menstruieren und daher nicht mitbeten können. Sie sollen der Khutba beiwohnen und am Freudentag teilhaben (Sahih Bukhari, Nr. 971). Das ist keine moderne Lockerung, sondern ein Befehl des Propheten selbst.

Ob Frauen es müssen: Das hängt von der Madhhab ab. Ob sie es dürfen: Uneingeschränkt ja.

Was gilt, wenn man das Eid-Gebet verpasst?

Hier unterscheidet sich das Eid-Gebet am deutlichsten von anderen Pflichtgebeten. Hanafi-Position: Wer das Gemeinschaftsgebet verpasst, kann es nicht allein nachholen. Es gibt keinen Qada. Das Gebet fällt weg.

Das klingt hart. Und ich erlebe in meiner Arbeit als Mediatorin in Frankfurt regelmäßig, dass diese Aussage Menschen überrascht, weil bei allen anderen Gebeten der Qada selbstverständlich ist. Beim Eid-Gebet liegt das daran, dass das Gemeinschafts-Element konstitutiv ist: Ohne die Gruppe gibt es die Handlung im strengen Sinn nicht.

Shafi'i und Hanbali sehen das anders. Wer aus triftigem Grund fehlte, kann das Eid-Gebet nachholen: vier Rak'at mit den entsprechenden Takbiren, allein oder in kleiner Gruppe.

Für den Rest des Eid-Tages gilt: Das Fest ist mehr als die Salah. Dhikr, Sadaqa, Zeit mit der Familie, das Takbir in den darauffolgenden Tagen. Wer mehr zu den Tagen nach dem Eid wissen möchte, findet alles Wichtige im Artikel zu den Ayyam al-Tashreeq.

Die genaue Zeit des Sonnenaufgangs für deine Stadt am Eid-Morgen findest du auf NamazWorld. So weißt du, wann das Eid-Gebet frühestens beginnen kann.

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